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Filmtipps des Monats September 2026

Datum:
11. Sept. 2026
Von:
Matthias Ganter / Jürgen Pach

In der aktuellen Ausgabe der > Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln finden Sie monatlich vier Filmtipps der Medienzentrale, die wir Ihnen wärmstens empfehlen möchten. Zwei der besprochenen Filme stehen zeitlich begrenzt in der angegebenen frei zugänglichen Mediathek zur direkten Sichtung zur Verfügung. Viele der empfohlenen Filme stehen auch im > Downloadangebot der Medienzentrale bereit: Sie können diese Filme (inkl. Lizenz zur nichtgewerblichen öffentlichen Vorführung!) nach Registrierung zu den > Nutzungsbedingungen der > Medienzentrale herunterladen.

Das Gefühl nach der Wut

Die 17-jährige Fatima lernt eifrig für die bevorstehenden Abiturprüfungen. Sie lebt mit ihren Eltern und zwei älteren Schwestern in einer kleinen Wohnung in einem Pariser Vorort. In ihrer Freizeit hängt sie gerne mit Freunden ab, spielt Fußball oder trifft sich mit ihrem heimlichen Freund. Als sie ein Mitschüler, der als „schwul“ gemobbt wird, als Lesbe bezeichnet, rastet sie aus und prügelt auf ihn ein. Dabei hat der Junge nur ausgesprochen, was sie sich selbst noch nicht eingestehen will. Die Abiturientin fühlt sich den religiösen Traditionen des muslimischen Glaubens verpflichtet und hadert mit ihrer sexuellen Orientierung. Sie begibt sich auf einen Weg, der die Familie, ihren Glauben und ihr Begehren irgendwie vereinen muss. Als sie sich in die Koreanerin Ji-Na verliebt, beginnt sie allmählich ihre Sexualität zu akzeptieren. Das zärtliche Verhältnis der beiden Frauen wird jedoch auf eine harte Probe gestellt, als Ji-Na von einer Depression eingeholt wird und ihre Freundin wegstößt. 
 
Das Coming-of-Age-Drama der jungen Frau zwischen muslimischer Tradition und queerem Aufbruch ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Fatima Daas und wurde bei den Filmfestspielen in Cannes zweifach ausgezeichnet.                 

Die jüngste Tochter. F/D 2025. Alamode Film. 108 Minuten. FSK: 12. Altersempfehlung: ab 15 Jahren. Um 16 Euro                                                                                                                                           

Jeder kämpft für sich

Blaga, eine pensionierte Lehrerin in der bulgarischen Provinz, sucht für ihren kürzlich verstorbenen Ehemann eine würdige Grabstelle. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihr: Durch einen Telefonbetrug übergibt sie ihr ganzes Erspartes unwissentlich den Betrügern und der Friedhofsverwalter schraubt die Preise für eine Bestattung immer weiter in die Höhe. Ihr bleiben nur noch 40 Tage, bis ihr Mann begraben sein muss, um an das dringend benötigte Geld zu kommen. Ihre spärliche Rente und ihr karger Lohn als Sprachlehrerin reichen gerade einmal zum Leben. Die sonst so strenge und stets korrekt handelnde Pädagogin sieht sich mit einem nahezu unlösbaren Problem konfrontiert. Als ihre Bewerbungen selbst auf schlecht bezahlte Jobs nicht erfolgreich sind, sieht sie keinen anderen Ausweg, als selbst Regeln zu brechen und etwas zu tun, was sie sich niemals hätte vorstellen können. 
 
Das sich zu einem packenden Krimi entwickelnde Drama wirft einen Blick auf eine von Profitgier getriebene Gesellschaft, in der moralische Prinzipien manchmal dem finanziellen Überleben geopfert werden müssen. 

Eine Frage der Würde. BG/D 2023. jip film & verleih. 108 Minuten. FSK: 12. Altersempfehlung: ab 14. In der ARTE-Mediathek bis 29.09.2026

Neues von der alten Frage nach dem guten Leben

Die einfachen Dinge (Spielfilm, F 2023. Regie: Éric Besnard)

Auf einer einsamen Alpenstraße vor malerischem Panorama bleibt Tech-Unternehmer, Medienstar und Workaholic Vincent mit seinem Cabrio liegen. Glücklicherweise liest ihn der schweigsame Pierre mit dem Motorrad auf und bringt ihn zu seiner abgelegenen Selbstversorgerhütte.

Nach Vincents Rückkehr in die Zivilisation geben ihm Panikattacken zu verstehen, dass ihn der unfreiwillig betretene Weg der Entschleunigung vielleicht doch weiterbringen könnte. Also steht er wieder vor Pierres Tür und bittet ihn um erneute Gastfreundschaft. Trotz offenkundigen Unmuts an der Gesellschaft eines schwatzhaften Wichtigtuers überlässt ihm Pierre schließlich einen einfachen Schuppen.

Spätestens jetzt scheint die genretypische Entwicklung der Feel-Good-Komödie in Richtung Happy End vorgezeichnet. Aber die einfachen Dinge entpuppen sich als komplexer: Pierre ist in Wirklichkeit ein renommierter Meeresbiologe mit bahnbrechenden Erkenntnissen für den Klimaschutz, und Vincent verfolgte von Anfang an das Ziel, ihn für die lukrative Zusammenarbeit zu gewinnen. Und da Vincent noch einem weiteren Geheimnis in Pierres Leben auf die Schliche kommt, nähern sich die beiden dann doch noch einander an.

Der Film unterhält besonders durch die beiden hervorragenden Hauptdarsteller und die Bilder von den französischen Alpen. 

Die einfachen Dinge. F 2023. Neue Visionen. 96 Minuten. FSK: 0. Altersempfehlung: ab 12. In der ARD-Mediathek bis 23.09.2026

> Zum Streaming in der ARD-Mediathek

Weltreise in die eigene Kindheit

Checker Tobi 3 (Spielfilm, D 2025, Regie: Antonia Simm)

Checker Tobi aus der gleichnamigen TV-Wissenssendung für Kinder erlebt in seinem dritten Kinofilm wieder spannende Abenteuer mit Mehrwert: Tobi und Mit-Checkerin Marina finden beim Entrümpeln des Kellers eine Videokamera, auf der sie im Alter von acht Jahren eine ganz frühe Checker-Sendung aufgezeichnet haben. Die handelt vom Thema Erde in unserem Boden und stellt Tobis erste „Checker-Frage“: „Wer hinterlässt die mächtigsten Spuren im Erdreich?“

Ungünstiger Weise bricht die Aufnahme kurz vor der Antwort ab. Der heutige Tobi kann sich nicht mehr erinnern, dafür betritt sein achtjähriges Ich die Bühne und fordert den Erwachsenen heraus: „Wenn du die Antwort nicht mehr weißt, dann bist du auch kein Checker mehr.“

Es führt kein Weg an einer Reise nach Madagaskar vorbei, doch auch dort ist die Lösung nicht zu finden. Vielleicht auf Spitzbergen, im internationalen Saatguttresor nahe dem Nordpol? Oder doch in den Ruinen der Maya im heutigen Mexiko?

Das bewährte Konzept aus fiktiver Rahmenhandlung und Reisereportagen mit großartigen Bildern regt auch diesmal aktuelle und ehemalige Kinder auf Augenhöhe zum Staunen, Forschen und zum Einsatz für unsere natürlichen Lebensgrundlagen an.

Checker Tobi 3: Die heimliche Herrscherin der Erde. D 2025. MFA+. 93 Minuten. FSK: 0. Altersempfehlung: ab 8. DVD um 11 Euro