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Filmtipps des Monats Mai 2026

Datum:
1. Mai 2026
Von:
Matthias Ganter / Jürgen Pach

In der aktuellen Ausgabe der > Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln finden Sie monatlich vier Filmtipps der Medienzentrale, die wir Ihnen wärmstens empfehlen möchten. Zwei der besprochenen Filme stehen zeitlich begrenzt in der angegebenen frei zugänglichen Mediathek zur direkten Sichtung zur Verfügung. Viele der empfohlenen Filme stehen auch im > Downloadangebot der Medienzentrale bereit: Sie können diese Filme (inkl. Lizenz zur nichtgewerblichen öffentlichen Vorführung!) nach Registrierung zu den > Nutzungsbedingungen der > Medienzentrale herunterladen.

Spießer in Badelatschen

Karl Kurse ist Schwimmmeister mit Leib und Seele. Seit über 30 Jahren kümmert er sich mit strenger Hand um das Freibad in der bayerischen Kleinstadt Grubberg. Die Liegen müssen akkurat in Position stehen, Kraulen ist verboten, selbst wenn nur eine Person im Wasser ist. Durch seine kleinkarierte Art hat er sich bei den immer weniger werdenden Badegästen keine Freunde gemacht. Diese werden aber dringend benötigt, als das Freibad auf Initiative der Bürgermeisterin dem Neubau von Wohnungen weichen soll. Nur ein Bürgerbegehren kann das Bad und Kurses Arbeitsplatz noch retten. Doch wie kommt der Pedant an die dafür benötigten 600 Unterschriften? Sein neuer AZUBI, der afrikanische Flüchtling Sali, scheint keine Hilfe zu sein. Er kann nicht schwimmen und möchte so schnell wie möglich nach Kanada auswandern. Doch als Sali ausgerechnet die Tochter des Baulöwen kennenlernt, die nachts heimlich im Freibad ihre Runden zieht, wird es kompliziert. 

Wenn bayerische Kleinbürgerlichkeit auf die Flüchtlingsthematik und Gentrifizierung trifft, bietet das eine ganze Reihe von gesellschaftskritischen aber auch komischen Momenten. Milan Peschel weiß in seiner Rolle als unbequemer Bademeister zu überzeugen.    

Beckenrand Sheriff. D 2021. Leonine. 110 Minuten. Altersempfehlung: ab 12 Jahren. Um 8 Euro

In einer anderen Welt

Als der Physiker Johannes Leinert 1974 in einer Fernsehsendung sein Buch „Die Theorie von Allem“ vorstellt, kommt es zum Eklat. Der Moderator verkauft sein Buch als Science-Fiction-Roman. Für Leinert sind seine Erkenntnisse zu Quantentheorie und parallelen Wirklichkeiten aber sehr real. Empört verlässt er das Studio. 

Rückblende: 1962 reist der junge Physiker zu einem Physikerkongress in die Schweizer Alpen. Da sich der Hauptredner verspätet, vertreiben sich die Wissenschaftler die Zeit mit Dinnerpartys und Skiausflügen. Eine Pianistin erregt Leinerts Aufmerksamkeit. Sie weiß Dinge über ihn, die sie gar nicht wissen kann und verschwindet spurlos. Ein Professor kommt ums Leben, wird von Leinert kurze Zeit später aber gesehen, wie er im Zimmer der Pianistin herumstöbert. Die Frage nach der Existenz paralleler Welten drängt sich mehr und mehr auf.

„Die Theorie von Allem“ ist keine leichte Kost und wirft Fragen auf. Der Film beginnt in Farbe, nach einem Rückblick wird er zum Schwarz-Weiß-Film. Die Handlung ist nicht geradlinig und spielt auf mehreren Ebenen. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem ungewöhnlichen und absolut sehenswerten Filmvergnügen belohnt. 

Die Theorie von Allem. D/A/CH 2022. 118 Minuten. Altersempfehlung: ab 16. In der ARD- und Arte-Mediathek bis 22.05.2026

Vergangenheit und Plattenbau

Mel hat es geschafft: die 35-Jährige ist mit Gaming und einem Energy-Drink zur Selfmade-Millionärin aufgestiegen. Glücklich ist sie aber nicht, denn ihre von Mobbing und Einsamkeit geprägte Jugend in der Rostocker Plattenbausiedlung „Groß Klein“ lässt sie nicht los. Um sich zu befreien, kauft sie den Wohnblock, in dem sie aufgewachsen ist, und kehrt im Lamborghini mit Bodyguard zurück – ein letztes Mal und in telefonischem Kontakt mit ihrer Therapeutin.

In Mels Gegenwart streut der Film Rückblenden aus ihrem früheren Leben. Vor 20 Jahren hieß Mel Melanie und wünschte sich sehnlichst, der tristen Umgebung zu entkommen. Ihre alleinerziehende Mutter war meistens abwesend und überfordert. Ihre Freunde wendeten sich von ihr ab, weil sie mit Melanies Unzufriedenheit und ihrer Neurodermitis nicht umzugehen wussten. Nur zu einer verschrobenen älteren Nachbarin entwickelte sie engeren Kontakt. Renate hatte Internet und bot Melanie mit dem Zugang zur Gaming-Community ein Sprungbrett. Für die gegenwärtige Mel verläuft die geplante Vergangenheitsbewältigung anders als erwartet. Konfrontiert mit befremdlichen Perspektiven und Vorwürfen u.a. ihrer ehemals besten Freundin und verdrängter Schuld sieht sie ihre hart erarbeitete Position der Stärke schwinden.

Vielschichtige Sozialstudie mit hervorragenden Darstellerinnen und Darstellern.

Mels Block. D 2024. Tidewater Pictures/ZDF - Das kleine Fernsehspiel. 85 Minuten. Altersempfehlung: ab 14. In der ZDF-Mediathek bis 22.07.2026

> Zum Downloadangebot des Films bei der Medienzentrale

Mein Bruder, das Superbaby

Der Staub eines vorbeifliegenden Kometen verleiht Superkräfte, zumindest in diesem Film. Zuerst profitiert davon ein Junge namens Inferio, der seinem unfairen Bruder Anton hoffnungslos unterlegen ist. Mit seinen Superkräften dreht er den Spieß um, unterdrückt seinen Bruder, wird zum Superschurken und ist der Polizei immer einen Schritt voraus.

Demgegenüber träumt der zehnjährige Wille, Sohn eines frustrierten Polizisten, davon, als Superheld den Verbrechern zusammen mit seinem Vater das Handwerk zu legen. Die Superkräfte bekommt dann aber nicht er, sondern sein neugeborener Bruder Charlie. Wille ist neidisch, zumal sich seit der Geburt ohnehin alle nur um das Baby kümmern. Aber vielleicht lassen sich Charlies Kräfte nutzen, um doch noch über die Verbrecher zu triumphieren. Auf actionreichen Abenteuern mit Verirrungen und falschen Fährten muss sich Wille entscheiden, ob er wie der skrupellose Anton die Superkräfte seines Bruders an sich reißen oder mit Charlie zusammen der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen will.

Der auf einer beliebten Kinderbuchreihe von Camilla Läckberg basierende Film ist eine sympathische und überzeugend animierte Komödie für die ganze Familie mit vielen Anspielungen an bekannte Superheldenfilme.

Super Charlie. S/DK 2024. Capelight. 82 Minuten. FSK: 6. Altersempfehlung: ab 10. Um 13 Euro