Zum Inhalt springen

Filmtipps des Monats März 2026

Datum:
19. März 2026
Von:
Matthias Ganter / Jürgen Pach

In der aktuellen Ausgabe der > Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln finden Sie monatlich vier Filmtipps der Medienzentrale, die wir Ihnen wärmstens empfehlen möchten. Zwei der besprochenen Filme stehen zeitlich begrenzt in der angegebenen frei zugänglichen Mediathek zur direkten Sichtung zur Verfügung. Viele der empfohlenen Filme stehen auch im > Downloadangebot der Medienzentrale bereit: Sie können diese Filme (inkl. Lizenz zur nichtgewerblichen öffentlichen Vorführung!) nach Registrierung zu den > Nutzungsbedingungen der > Medienzentrale herunterladen.

Abschied vom Abschied

Julio Färber wartet tagsüber oft vergeblich in seinem kleinen Schuhladen in Buenos Aires auf Kundschaft, abends steht er mit seiner Tango-Kombo auf der Bühne. Zermürbt von den Zuständen seines Heimatlandes, inmitten der argentinischen Wirtschaftskrise 2001, nimmt sein Plan, gemeinsam mit seiner Mutter und Tochter nach Deutschland zu ziehen, immer konkretere Formen an. Er verkauft sein Geschäft und kündigt die Wohnung. Die Flugtickets will er vom Erlös seines Autos finanzieren. Doch ausgerechnet jetzt rauscht die impulsive Taxifahrerin Mariela in seinen fahrbaren Untersatz und damit in sein Leben. Zudem erfreut sich seine Musikgruppe immer größeren Publikumszuspruch, seitdem der legendäre Maestro Ricardo Tortorella den Platz ihres ursprünglichen Sängers eingenommen hat. Als dann auch noch Julios Mutter und Tochter ihre Heimat nun doch nicht verlassen wollen, geraten seine Zukunftspläne arg ins Wanken.

Der Film nimmt die Zuschauenden mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle, getragen von einer großen Liebe zum argentinischen Tango. Es ist das überzeugende Spielfilmdebüt von German Kral, der 1991 zum Studium von Buenos Aires nach Deutschland gezogen ist und heute in München lebt.                                           

 Adiós Buenos Aires. 2023. Alpenrepublik. 95 Minuten. Altersempfehlung: ab 14 Jahren. Um 10 Euro

Ein Paket für die Nachbarn

Prange

Der Frührentner und Junggeselle Ralf Prange lebt schon sein ganzes Leben in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Hamburg-Barmbek. Auf Kontakte zu seinen Nachbarn würde er am liebsten gänzlich verzichten, hätte er neben seiner mürrischen nicht auch eine hilfsbereite Art. So nimmt er stets die Postpakete für sie entgegen. Die knappen Haustürgespräche nutzt er dann aber konsequent, um sich über falsch abgestellte Fahrräder, unschöne Gerüche und laute Geräusche zu beschweren. Sein eigenbrötlerisches Leben wird jedoch jäh unterbrochen, als die neue Paketbotin Dörte das Haus beliefert. Angetan von ihrer offenen Art sucht er nach Gelegenheiten mit ihr in Kontakt zu kommen, auch außerhalb der Postzustellung. Da er sich im zwischenmenschlichen Bereich aber schwertut, eckt er oft an und hat in seinem Nachbarn Horst Rohde einen ernsthaften Konkurrenten um Dörtes Gunst ausgemacht.

Ralf Prange (Bjarne Mädel), Horst Rohde (Olli Dietrich) und Dörte Krampitz (Katharina Marie Schubert) begegnen sich in dieser melancholischen Komödie mit viel Wortwitz und trockenem Humor. Die Rollenbesetzung ist hervorragend und sorgt für kurzweilige Unterhaltung.                                                                                  
 
Prange. 2025. 89 Minuten. Altersempfehlung: ab 12. In der ARD-Mediathek bis 06.12.2026

Kampf um die Wahrheit

Das Massaker von Katyn (Spielfilm, PL 2007, Regie: Andrzej Wajda)

Der Film des polnischen Meisterregisseurs Andrzej Wajda setzt sich mit einem für Polen bis heute traumatischen Kapitel der Geschichte auseinander. Nach dem Hitler-Stalin-Pakt teilten Deutschland und die Sowjetunion Polen unter sich auf, so dass bald nach dem deutschen Überfall 1939, dem Beginn des Zweiten Weltkriegs, die Osthälfte Polens von der Roten Armee besetzt war. Die ausweglose Situation verdeutlicht die Eingangssequenz des Films, in der Flüchtlingsströme auf einer Brücke aufeinandertreffen: der eine Teil flieht vor den Deutschen im Westen, der andere vor den Sowjets im Osten. Im Massaker von Katyn wurden anschließend etwa 22000 polnische Offiziere und Intellektuelle auf Befehl des Politbüros der KPdSU erschossen, während die deutschen Besatzer polnische Intellektuelle in Konzentrationslagern ermordeten. Die Deutschen nutzten das auf ihrem Russlandfeldzug entdeckte sowjetische Kriegsverbrechen später für ihre Propaganda. Nach dem Krieg beschuldigten die Sowjetunion und das kommunistische Regime Polens die Nationalsozialisten des Massakers und etablierten mit der Vordatierung der Todeszeitpunkte ihre Geschichtsfälschung. Wajda erzählt die Geschehnisse in nicht-linearer Abfolge mit Zeitsprüngen vor allem anhand einer Familiengeschichte: er inszeniert die Deportation eines polnischen Offiziers, die Ungewissheit seiner Angehörigen, den Kampf um Wahrheit und Gerechtigkeit und schließlich die Erschießung der Gefangenen. Ein bewegendes Zeugnis und Plädoyer für Wahrhaftigkeit und Menschenwürde. 

Das Massaker von Katyn. 2007. 115 Minuten. FSK 16. In der Arte-Mediathek bis 01.06.2026

Aus Spaß wird Ernst

Der Prank - April, April! (Spielfilm, D/CH 2025, Regie: Benjamin Heisenberg)

Der zwölfjährige Lucas hat es auch nicht leicht: die Angst vor einem wichtigen Klaviervorspiel mit seinem Schwarm Charly sitzt ihm im Nacken. Zudem soll er sich um den gleichaltrigen Austauschschüler Xi Zhōu aus China kümmern. Der ist auch nicht gerade interessiert an Lucas und seiner schrägen Familie, lässt sich aber doch von einem schwarzhumorigen Aprilscherz in der Küche beeindrucken. So will auch Xi Zhōu einen Streich spielen, am besten dem unhöflichen Freund von Lucas‘ Schwester, Schaaf. Er entnimmt dem Auto des ambitionierten Amateurrappers und Pizzaboten einen Pizzakarton und tauscht diesen gegen einen leeren aus, den er mit seiner Unterhose bestückt hat. Im entwendeten Karton finden Xi Zhōu und Lucas dann aber statt einer Pizza eine große Menge Geld. Panisch und in Sorge um Schaaf versuchen sie, den Karton zurückzubringen. Und schon beginnt eine Kette sich gegenseitig potenzierender haarsträubender Ereignisse und Missverständnisse, die ihnen im Konflikt mit Gangsterrappern, der Polizei und der Mafia unter anderem eine Verfolgungsjagd im gestohlenen selbstfahrenden Auto durch Berlin einbringt. Ein witziges Abenteuer für die ganze Familie mit Action, Musik und authentischer Jugendsprache. 

Der Prank – April, April! 2025. Port au Prince Pictures. 91 Minuten. FSK: 6. Altersempfehlung: ab 9. Um 14 Euro