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Gedenken am 16. Mai: Deportation von Sinti*zze und Rom*nja aus Deutschland und Aufstand in Auschwitz-Birkenau

Informationen, Veranstaltungen und Filme
Mahnmal von Gunter Demnig für die aus Köln deportierten Sinti und Roma in Köln-Bickendorf
Datum:
4. Mai 2026
Von:
Medienzentrale

Seit dem 16. Mai 1940 wurden in Köln-Bickendorf Sinti*zze und Rom*nja im Internierungslager an der Venloer Straße festgenommen und in das Lager Deutz verschleppt.

Am 21. Mai 1940 deportierten die Nationalsozialisten und ihre Mitläufer mehr als 1000 Sinti*zze und Rom*nja vom Bahnhof Köln-Deutz in Ghettos und Konzentrationslager. Die wenigsten von ihnen überlebten.

Am 16. Mai 1944 leisteten die im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau internierten Sinti*zze und Rom*nja Widerstand gegen ihre geplante Ermordung.

Die Nationalsozialisten brachen die „Vernichtungsaktion“ daraufhin ab – aber in der Nacht vom zweiten auf den dritten August 1944 wurden alle in Birkenau verbliebenen Sinti*zze und Rom*nja ermordet.

Sinti*zze und Rom*nja mussten in Deutschland noch viele Jahrzehnte nach 1945 offene Diskriminierung ertragen.

Jede Entschädigung wurde ihnen verweigert, und die systematische Ermordung ihrer Angehörigen war lange Zeit, bis 1982, nicht als Völkermord anerkannt.

Bis heute leiden Rom*nja in Europa unter Ausgrenzung bis massiver und systematischer Diskriminierung.

In Deutschland wie in anderen Ländern haben Sinti*zze und Rom*nja weitaus geringere Chancen auf ein Leben in Wohlstand und Sicherheit als die Mehrzahl der übrigen Bevölkerung.

Die Zahl antiziganistischer Vorfälle u.a. in den Bereichen Behörden, Bildung, Alltag und öffentlicher Raum gegen Sinti*zze und Rom*nja ist nach wie vor erschreckend hoch - in ihrem Jahresbericht für 2024 verzeichnet die Berliner Dokumentationsstelle >DOSTA der Rom*nja-Selbstorganisation Amaro Foro e.V. die höchste Fallzahl seit Beginn des Projekts im Jahr 2019:

Erst seit 2022 erfasst die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus > MIA bundesweit Vorfälle.

Und Rom*nja, die aus osteuropäischen Ländern vor offener Diskriminierung und Bedrohung fliehen, haben in Deutschland fast keine Chance auf Asyl.

VERANSTALTUNGSTIPPS:

Sa., 16.05.2026, 14 Uhr:
> Mahn- und Gedenkveranstaltung am Mahnmal für die aus Köln deportierten Sinti*zze und Rom*nja, Venloer Straße/Ecke Matthias-Brüggen-Straße, Köln
(Eine Kooperation von MARO DROM Kölner Sinte und Freunde e. V., Markus Reinhardt Ensemble, Josef Wirges für das Kuratorium Edelweißpiraten Köln-Ehrenfeld, Rolly & Benjamin & Stephan Brings & Freunde & Gäste) Eintritt frei!

Do., 21.05.2026, 19 Uhr:
> Gedenkveranstaltung an den Völkermord an Rom:nja und Sinti:zze. Historische Verantwortung auch in Köln. Im Kölner VHS-Forum am Neumarkt.
(Eine Kooperation von NS-DOK, Kölner Volkshochschule, Kommunales Integrationszentrum Köln, Verein EL-DE-Haus e.V., Melanchthon-Akademie Köln und Rom e.V.) Eintritt frei!
 

21. bis 24.05.2026:
> Veranstaltungsreihe im Rautenstrauch-Joest-Museum. Einzelne Veranstaltungen:

"TALK mit Zeitzeug*innen: Samudaripen – Rom*nja erinnern" (21.05.2026, 17:30 Uhr),
"POESIE & GESPRÄCH: Sehnsucht nach meiner Stimme – Rom*nja lesen ihre poetischen Textproduktionen" (22.05.2026, 17 Uhr), 
"FILM & AUSTAUSCH: Djelem, Djelem. Rom*nja und Sinti*zze im langen Schatten des 20. Jahrhunderts" (23.05.2026, 15:30 Uhr),
"WORKSHOPS FÜR KIDS" (24.05.2026, 14-15 Uhr)
(Eine Kooperation von Rautenstrauch-Joest-Museum und Rom e.V.) Der Eintritt ist jeweils frei!

FILMTIPPS:

In unserer Medienliste (s.u.) finden Sie Filme, die die Situation von Sinti*zze und Rom*nja darstellen. Sie können helfen, Stereotype und Vorurteile abzubauen und ein menschenwürdiges Zusammenleben fördern.

Eine weitere Medienliste empfiehlt Medien zum Holocaust.

> Filme im Angebot der Medienzentrale zu Sinti*zze und Rom*nja (PDF)

> Filme im Angebot der Medienzentrale Köln zum Holocaust: Medienliste "Shoah" (PDF)

INFORMATIONEN:

> Onlineportal über den Holocaust an den Sinti*zze und Rom*nja mit Informationen und Materialien: "Rassendiagnose: Zigeuner" Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung.

> Das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln bietet Informationen zur Verfolgung der Sint*izze und Rom*nja in Köln

> critical film & image hub an der Forschungsstelle Antiziganismus (FSA) der Universität Heidelberg: "[...] erforscht die Mechanismen des visuellen und medialen Antiziganismus und macht antiziganistische Narrative, Motive und ästhetische Muster sichtbar. Durch Bildungsmaterialien und antidiskriminatorische Gegenstrategien fördert der Hub die kritische Medienkompetenz und die antiziganismuskritische Rezeption und Produktion visueller Medien." (Zitat Website des Projekts)

> Methodische Handreichung "Kritische Auseinandersetzung mit Antiziganismus" aus der Reihe "Gekonnt Handeln". Hg. von der Bundeszentrale für politische Bildung 2020. Die Handreichung bietet viele methodische Hilfen für den pädagogischen Einsatz und ist als PDF-Datei kostenlos downloadbar und kann als Heft kostenlos bestellt werden.

> "Leitfaden für einen rassismuskritischen Sprachgebrauch" (PDF) - 2. Aufl. 2022. Hg. vom AntiDiskriminierungsBüro (ADB) Köln/Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V. - Enthält u.a. den Beitrag "Alte Bilder, subtilere Codes? Rassismus und Diskriminierung gegen Rom_nja und Sinti_zze kritisch betrachtet" von Christoph Schulz, Universität Dortmund

> Sammelband: „NICHTS GELERNT?! – Konstruktion und Kontinuität des Antiziganismus.“ Peters, Katharina/Vennmann, Stefan (Hg.). Duisburg (Situationspresse) 2019

> Wir empfehlen den im Dezember 2020 erschienenen Tagungsband der Fachtagung „Antiziganismus und Film“ - als Buch und kostenfreies E-Book (PDF) erhältlich

> Der Rom e.V. Köln informiert, hilft und lädt ein

> Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

> Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

> RomArchive für Kunst und Kultur

> MIA - Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (erfasst seit 2022 deutschlandweit Vorfälle von Rassismus gegen Sinti*zze und Rom*nja)

> DOSTA – Dokumentationsstelle Antiziganismus der Rom*nja-Selbstorganisation Amaro Foro e.V. (erfasst und wertet Anfeindungen, Angriffe und rassistische Propaganda gegen Sinti*zze und Rom*nja in Berlin aus)

> Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg gibt die Broschüre „Antiziganismus“ heraus und bietet sie kostenfrei zum Download oder als Heft an: (Heft 1/2-2018 aus der Reihe "Bürger & Staat").

> „Schauspielerin Taisiya Schumacher: ‚ICH BIN STOLZ DARAUF, EINE ROMNI ZU SEIN‘“ – Radiobeitrag, Gespräch mit Sven Preger in: Deutschlandfunk Nova (Deep Talk, 31.03.2021)

> "Der Rassismus gegen die Roma zerstört Europa von innen" (Beitrag von Karl-Markus Gauß, Süddeutsche Zeitung, 30.06.2018)

> Der Mediendienst Integration bietet allgemeine Informationen zu Sinti*zze und Rom*nja