Der Europäische Holocaust-Gedenktag für Sinti*zze und Rom*nja erinnert an die letzten 4300 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau inhaftierten Sinti*zze und Rom*nja, die vor 82 Jahren, in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944, ermordet wurden.
Wir gedenken der Ermordeten, Gequälten, Verfolgten und Entrechteten!
Das > Onlineportal "Rassendiagnose: Zigeuner" Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung bietet Informationen und methodische Arbeitsmaterialien.
Es hat quälend lange, bis 1982, gedauert bis die Verfolgung und Ermordung der Sinti*zze und Rom*nja in Deutschland als Völkermord anerkannt worden ist.
Und bis heute ist die Situation von Sinti*zze und Rom*nja in Deutschland und Europa von Diskriminierung, Ablehnung und Vorurteilen geprägt.
In keinem Land bekommen die Minderheiten die gleichen Chancen auf ein Leben in Freiheit, Sicherheit und Wohlstand wie ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger.
In vielen osteuropäischen Ländern müssen Rom*nja nicht nur am Rand der Gesellschaft in Armut leben, sondern auch um ihre Sicherheit fürchten.
In anderen Ländern, darunter Deutschland, werden sie entweder abgewiesen, wenn sie vor Diskriminierung fliehen, oder sie stehen ebenfalls der Ablehnung bis offenen Gewalt eines großen Teils der restlichen Bevölkerung gegenüber.
In den letzten Jahren ist der Rassismus gegen Sinti*zze und Rom*nja in der deutschen und europäischen Mehrheitsgesellschaft noch größer geworden. Viele Fälle und mehrere Studien zeigen die Zunahme der Ablehnung und Gewaltbereitschaft.
Diese Situation ist unhaltbar!
Die Zahl antiziganistischer Vorfälle u.a. in den Bereichen Behörden, Bildung, Alltag und öffentlicher Raum gegen Sinti*zze und Rom*nja ist nach wie vor erschreckend hoch, in ihrem Jahresbericht für 2024 verzeichnet die Berliner Dokumentationsstelle > DOSTA der Rom*nja-Selbstorganisation Amaro Foro e.V. die höchste Fallzahl seit Beginn des Projekts im Jahr 2019.
Erst seit 2022 erfasst die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus > MIA bundesweit Vorfälle.
In unserer Medienliste (s.u.) finden Sie Filme, die die Situation von Sinti*zze und Rom*nja darstellen. Sie können helfen, Stereotype und Vorurteile abzubauen und ein menschenwürdiges Zusammenleben fördern.
Eine weitere Medienliste empfiehlt entleihbare Filme zum Thema Holocaust.
> Mehrsprachige Website und Newsletter zum Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma
> Onlineportal über den Holocaust an den Sinti*zze und Rom*nja mit Informationen und Materialien: "Rassendiagnose: Zigeuner" Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung
> critical film & image hub an der Forschungsstelle Antiziganismus (FSA) der Universität Heidelberg: "[...] erforscht die Mechanismen des visuellen und medialen Antiziganismus und macht antiziganistische Narrative, Motive und ästhetische Muster sichtbar. Durch Bildungsmaterialien und antidiskriminatorische Gegenstrategien fördert der Hub die kritische Medienkompetenz und die antiziganismuskritische Rezeption und Produktion visueller Medien." (Zitat Website des Projekts)
> Filmtipps aus dem Angebot der Medienzentrale Köln: Medienliste "Sinti*zze und Rom*nja" (PDF)
> Medien aus dem Angebot der Medienzentrale Köln zum Holocaust: Medienliste "Shoah" (PDF)
> Empfehlung: "Leitfaden für einen rassismuskritischen Sprachgebrauch" (PDF) - 2. Aufl. 2022. Hg. vom AntiDiskriminierungsBüro (ADB) Köln/Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V. - Enthält u.a. den Beitrag "Alte Bilder, subtilere Codes? Rassismus und Diskriminierung gegen Rom_nja und Sinti_zze kritisch betrachtet" von Christoph Schulz, Universität Dortmund. Kostenfrei downloadbar als PDF
> Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
> Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
> RomArchive für Kunst und Kultur
> MIA - Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (erfasst seit 2022 deutschlandweit Vorfälle von Rassismus gegen Sinti*zze und Rom*nja)
> DOSTA – Dokumentationsstelle Antiziganismus der Rom*nja-Selbstorganisation Amaro Foro e.V. (erfasst und wertet Anfeindungen, Angriffe und rassistische Propaganda gegen Sinti*zze und Rom*nja in Berlin aus)
> Rom e.V. Köln
> Methodische Handreichung "Kritische Auseinandersetzung mit Antiziganismus" aus der Reihe "Gekonnt Handeln". Hg. von der Bundeszentrale für politische Bildung 2020. Die Handreichung bietet viele methodische Hilfen für den pädagogischen Einsatz und ist als PDF-Datei kostenlos downloadbar und kann als Heft kostenlos bestellt werden.
> Informationen der Bundeszentrale für politische Bildung zum Europäischen Holocaustgedenktag für Sinti*zze und Rom*nja
> Wir empfehlen auch den im Dezember 2020 erschienenen Tagungsband der Fachtagung „Antiziganismus und Film“ von Februar 2018: Mladenova, Radmila, Tobias von Borcke, Pavel Brunssen, Markus End, Anja Reuss, (Hg.): Antigypsyism and Film/Antiziganismus und Film. Heidelberg (Heidelberg University Publishing) 2020. Als Buch und kostenfreies E-Book (PDF) erhältlich.
> Interessanter Sammelband: „NICHTS GELERNT?! – Konstruktion und Kontinuität des Antiziganismus.“ Peters, Katharina/Vennmann, Stefan (Hg.). Duisburg (Situationspresse) 2019
> Broschüre „Antiziganismus“ hg. von der Landeszentrale für politische Bildung (Heft 1/2-2018 aus der Reihe "Bürger & Staat"). Das Heft informiert detailliert über Definitionen, Erscheinungsformen und Gegenstrategien und ist kostenlos download- und bestellbar
> „Schauspielerin Taisiya Schumacher: ‚ICH BIN STOLZ DARAUF, EINE ROMNI ZU SEIN‘“ – Radiobeitrag, Gespräch mit Sven Preger in: Deutschlandfunk Nova (Deep Talk, 31.03.2021)
> "Der Rassismus gegen die Roma zerstört Europa von innen" Beitrag von Karl-Markus Gauß in der Süddeutschen Zeitung (30.06.2018)
> Weitere Informationen zur Situation von Sinti*zze und Rom*nja finden Sie z.B. beim Mediendienst Integration