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Das Christentum und seine Umwelt im Spiegel Kölner Papyri

Eine Ausstellung der Arbeitsstelle für Papyrologie am Institut für Altertumskunde
an der Universität von Köln

im Foyer der Diözesanbibliothek Köln vom 02.06. - 26.06.2003

Vorwort aus dem Ausstellungskatalog

Zur Einführung

Die Ausstellung vereinigt Texte vor allem griechischer, aber auch koptischer und aramäischer Sprache, die in Ägypten zwischen dem 2. Jh. v.Chr. und dem 9./10. Jh. n.Chr. geschrieben wurden. Diese Texte stehen auf Papyrus, Pergament, Tonscherben (Ostraka), Holz, Papier und Metalltäfelchen. Sie kommen aus den Papyrussammlungen des Instituts für Altertumskunde und des Seminars für Ägyptologie der Universität zu Köln.

Die meisten Exponate sind in griechischer Sprache abgefaßt. Warum Griechisch in Ägypten? Ägypten wurde durch Alexander den Großen erobert und war dann unter der Dynastie der Ptolemäer (323–30 v.Chr.) ein griechisches Königreich, in das viele Griechen einwanderten. Das Griechische wurde Amtsprache und drängte im Lauf der Zeit das Ägyptische zurück. Ab 30 v.Chr. war Ägypten römische Provinz, wobei Griechisch – wie im gesamten Osten des römischen Reiches – die herrschende Verkehrssprache blieb. Dies änderte sich erst im 7. Jahrhundert, als die Araber Ägypten eroberten (639–641 n.Chr.).

Texte in griechischer Sprache sind direkt aus der Antike zum einen inschriftlich auf Stein erhalten, zum anderen aber auch zu Tausenden auf Papyri überliefert, die sich im ägyptischen Wüstensand bis heute erhalten haben. Diese Papyri wurden am Rande des Niltals in den Überresten antiker Städte und Dörfer ausgegraben, die vom Wüstensand zugeweht wurden. Aber auch auf antiken Friedhöfen wird Papyrus gefunden, wo er zu Mumienkartonage verarbeitet überdauerte.

Papyrusblätter und -rollen stellte man in Ägypten aus dem Mark der Papyrusstaude her, die in den Sümpfen des Nildeltas in großen Plantagen wuchs. Die Rollen wurden auch exportiert und dienten in der gesamten antiken Welt als Beschreibstoff.

Danksagung

Für ihre Unterstützung danken wir folgenden Sponsoren:

  • Gerda Henkel Stiftung
  • Emil & Artur Kiessling Stiftung
  • Verein der Freunde und Förderer der Universität zu Köln
  • Archaeology Magazine (USA)
  • Römerturm Feinstpapier GmbH (Frechen)

Die Kölner Arbeitsstelle für Papyrologie und ihre Papyrussammlung (Homepage)

Seit den 50er Jahren besteht am Institut für Altertumskunde der Universität zu Köln eine Papyrussammlung. Gründer der Sammlung waren der damalige Direktor des Instituts, Joseph Kroll, und Reinhold Merkelbach. 1972 begann die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften, die Sammlung großzügig zu fördern. Sie stellte Finanzmittel zum Erwerb von Papyri zur Verfügung und richtete zusammen mit der Universität zu Köln eine Arbeitsstelle für Papyrologie ein. Gegenwärtiger Leiter dieser Arbeitsstelle ist Prof. Dr. Wolfgang Dieter Lebek.

Die Sammlung umfaßt eine große Zahl literarischer Texte und Urkunden in griechischer Sprache, also Reste antiker Bücher und Texte aus der Verwaltung oder dem Privatbereich, die aus der Zeit zwischen dem 3. Jh. v.Chr. und dem 8. Jh. n.Chr. stammen.

Die Kölner Papyrussammlung gehört mit den großen Sammlungen in Berlin und Heidelberg zu den bedeutendsten Einrichtungen dieser Art in Deutschland.

Abgekürzt zitierte Literatur:

P.Köln I = Kölner Papyri, Band 1 bearbeitet von B. Kramer und R. Hübner, Papyrologica Coloniensia Vol. VII 1, 1976.

P.Köln II = Kölner Papyri, Band 2 bearbeitet von B. Kramer und D. Hagedorn, Papyrologica Coloniensia Vol. VII 2, 1978.

P.Köln III = Kölner Papyri, Band 3 bearbeitet von B. Kramer, M. Erler, D. Hagedorn und R. Hübner, Papyrologica Coloniensia Vol. VII 3, 1980.

P.Köln IV = Kölner Papyri, Band 4 bearbeitet von B. Kramer, C. Römer, D. Hagedorn u.a., Papyrologica Coloniensia Vol VII 4, 1982.

P.Köln V = Kölner Papyri, Band 5 bearbeitet von M. Gronewald, K. Maresch, W. Schäfer u.a., Papyrologica Coloniensia Vol. VII 5, 1985.

P.Köln VI = Kölner Papyri, Band 6 bearbeitet von M. Gronewald, B. Kramer, K. Maresch, M. Parca, C. Römer u. a., Papyrologica Coloniensia Vol. VII 6, 1987.

P.Köln VII = Kölner Papyri, Band 7 bearbeitet von M. Gronewald und K. Maresch, Papyrologica Coloniensia Vol. VII 7, 1991.

P.Köln VIII = Kölner Papyri, Band 8 bearbeitet von M. Gronewald, K. Maresch und C. Römer, Papyrologica Coloniensia Vol. VII 8, 1997.

P.Köln IX = Kölner Papyri, Band 9 bearbeitet von M. Gronewald, G. Azzarello, J. Lundon, K. Maresch, F. Reiter, G. Schenke, W.H. Willis† u.a., Papyrologica Coloniensia Vol. VII 9, Wiesbaden 2001.

P. Polit. Iud. = Urkunden des Politeuma der Juden von Herakleopolis (144/3 – 133/2 v. Chr.). Papyri aus den Sammlungen von Heidelberg, Köln, München und Wien, bearbeitet von J.M.S. Cowey und K. Maresch, Papyrologica Coloniensia XXIX, Wiesbaden 2001.

Suppl. Mag. I – II = Supplementum Magicum Vol. I – II, edited with translations and notes by R.W. Daniel and F. Maltomini, Papyrologica Coloniensia XVI 1–2, 1990 – 1991.

van Haelst = J. van Haelst, Catalogue des papyrus littéraires juifs et chrétiens, Paris 1976.

APF = Archiv für Papyrusforschung

BASP = The Bulletin of the American Society of Papyrologists.

NTS = New Testament Studies.

PTA = Papyrologische Texte und Abhandlungen.

PTS = Patristische Texte und Studien.

ZPE = Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik.

 

Abbildungen und Beschreibungen der Papyri im Internet unter:

http://www.uni-koeln.de/phil-fak/ifa/NRWakademie/papyrologie/index.html

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