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"Kommt heraus und schaut"
Jüdische
und christliche Bibelillustrationen aus alter
Zeit
Pressetext
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Illustrationen
zur Bibel von der Erfindung des Buchdrucks bis zum frühen
19. Jahrhundert - das scheint auf den ersten Blick
ausschließlich ein Sache des christlichen Buches gewesen
zu sein. Beachteten Juden - gerade wenn es um die
biblischen Bücher ging - nicht strikt das Zweite Gebot:
"Du sollst dir kein Bildnis machen"? Aber sie
existieren in dieser Zeit tatsächlich, die
Bibelillustrationen in jüdischen gedruckten Büchern,
wenn auch nicht als originär jüdische Schöpfungen,
sondern als Übernahmen oder Transformationen
christlicher Bildvorgaben. Die Kontaktzonen zwischen
Juden und ihrer nichtjüdischen Umgebung waren während
dieser Epoche in erster Linie durch die intensiven ökonomischen
Beziehungen definiert. Nur wenige Verbindungsstege
hingegen überbrückten die Kluft, die Christen und Juden
im religiösen und sozialen Alltag trennten. Um so
reizvoller erscheint daher der Versuch, den
Verflechtungen von christlichen und jüdischen
Bilderwelten anhand von Illustrationen zur Bibel nachzuspüren
und dabei die inter- und transkulturellen Prozesse der
Aneignung und Umformung zu erhellen. "Kommt heraus
und schaut", diese Worte aus dem Hohelied Salomons
sind dem damals überaus populären jiddischen Buch Tsene-rene
vorausgeschickt, das mit zahlreichen Bildern zur Bibel
geschmückt war. "Kommt heraus und schaut" ist
auch das Motto dieser Ausstellung. In ihr werden 47
Objekte zur Anschauung gebracht, meist Bücher, die zum
überwiegenden Teil aus der "Gross Family Collection"
in Tel Aviv stammen, einer der weltweit bedeutendsten
Privatsammlungen von Judaica.
Mit der Ausstellung wird die bereits Tradition gewordene
wissenschaftliche Kooperation auf dem Gebiet der jüdischen
Geschichte und Kultur zwischen Amsterdam und Düsseldorf
fortgesetzt und vertieft. Als Veranstalter und
Organisatoren wirkten die Abteilung für Jiddische
Kultur, Sprache und Literatur der Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf und das Menasseh ben Israel Instituut am
Joods Historisch Museum Amsterdam zusammen. Unterstützt
haben das Projekt außerdem die Bibliotheca Rosenthaliana
der Universiteitsbibliotheek Amsterdam, das Bijbels
Museum in Amsterdam, das Museum Catharijneconvent in
Utrecht und die Erzbischöfliche Diözesan- und
Dombibliothek in Köln.
Die Ausstellung ist im Foyer der Erzbischöflichen Diözesan-
und Dombibliothek in Köln zu besichtigen.

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