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Diözesanbibliothek KölnJahresbericht der Bibliothek 2003Inhalt:(Zutreffendes bitte anklicken)
I. PersonalDie seit Ende 2001 vakante Stelle für einen Handschriftenbibliothekar konnte im Laufe des Jahres neu besetzt werden. Nach Freigabe der Stelle im Mai 2003 und externer Ausschreibung kamen dreizehn Bewerberinnen und Bewerber in die engere Auswahl. Unter diesen wurde Herr Dipl.-Theol. Harald Horst als Nachfolger von Herrn Dr. Rudolf Lenz, der von 1990 bis zum Jahre 2001 diese Position innehatte, ausgewählt. Herr Horst trat seinen Dienst zum 1.12.2003 in der Diözesan- und Dombibliothek an. Zuvor war er – nach dem Studium der kath. Theologie und des Kirchenrechtes in Salzburg, Rom und Münster – innerhalb des Dezernats Sondersammlungen der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf in der Handschriftenabteilung tätig gewesen. Schon seit seiner bibliothekarischen Ausbildung hat Herr Horst in den Bereichen Kirchengeschichte und Kodikologie veröffentlicht, in den letzten Jahren auch innerhalb der Publikationen der Diözesan- und Dombibliothek. – Frau Cordula Cibis kehrte im Herbst nach dreijährigem Erziehungsurlaub auf ihre Stelle im Sekretariat der Bibliothek zurück. Gleich drei Mitarbeiter der Bibliothek traten 2003 in den Ruhestand. Für Herrn Josef Heimerzheim begann zum 1.8.2003, für Herrn Friedrich Keppler zum 1.12.2003 die Freistellungsphase im Rahmen der Altersteilzeit. Herr Dipl.-Bibl. Winfried Weyand schied zum 31.3.2003 mit der Vollendung des 65. Lebensjahres aus dem Bibliotheksdienst aus. Mit Herrn Weyand und Herrn Heimerzheim verlor die Bibliothek zwei weitere langjährige Mitarbeiter, die die Aus- und Aufbauphase der Einrichtung in den 70er und 80er Jahren (Umzug von der Gereonstraße in das Maternushaus) unter dem früheren Direktor Prälat Wilhelm Schönartz noch aktiv miterlebt hatten. Herr Weyand trat zum 1.4.1968, Herr Heimerzheim zum 1.12.1973 in den Dienst der Bibliothek ein. Zuletzt lagen die Aufgabenbereiche beider Mitarbeiter vor allem im Bereich der Katalogisierung und der Erwerbung. Herr Heimerzheim war ausgewiesener Spezialist für die Katalogisierung von Drucken des 16. bis 18. Jahrhunderts. Besondere Verdienste erwarb er sich bei der Rekatalogisierung von Beständen aus dem Collegium Albertinum, dem ehemaligen Collegium Leoninum und aus dem ehemaligen Altbestand des Priesterseminars. Herr Weyand bearbeitete linguistische Werke, spanischsprachige Neuerwerbungen und Teile der weltbekannten Sammlung Wallisfurth (Chilenica) in unserer Bibliothek. In den 80er Jahren hatte Herr Weyand das umfangreiche zweibändige "Schriftenverzeichnis Joseph Höffner" erarbeitet. Herr Keppler war zum 1.12.1984 als Mitarbeiter in der Magazinverwaltung eingestellt worden. Die Mitte 2003 im Vorgriff auf umfassendere Sparmaßnahmen erlassenen Regeln für die Wiederbesetzung frei gewordener Stellen (Einzelfallentscheidung durch den Diözesanverwaltungsrat nach vorheriger Prüfung und Bewertung der Stelle) führten dazu, dass Ende 2003 von den vakanten Stellen lediglich erst eine Position (Mitarbeiter für die wissenschaftliche Altbestandserschließung) nach vorheriger Freigabe intern ausgeschrieben worden war und sich im Stadium der Wiederbesetzung befand. Das Besetzungsverfahren war zum Ende des Jahres noch nicht abgeschlossen. Insgesamt musste die Bibliothek im Laufe des Jahres 2003 ihre teilweise noch gewachsenen Aufgaben (durch eine verstärkte Kooperation mit anderen Einrichtungen und durch eine Intensivierung der wissenschaftlichen Arbeit durch Publikationen und Ausstellungen) trotz der sehr erfreulichen Nachbesetzung der Stelle des Handschriftenbibliothekars erneut mit einem reduzierten Personalbestand bewältigen. Die Langzeiterkrankung einer Mitarbeiterin im Ausleihbereich verursachte weitere Belastungen, die nur teilweise durch die befristete Erhöhung des Beschäftigungsumfanges einer anderen Mitarbeiterin und durch kurzfristig beschäftigte Aushilfen kompensiert werden konnten. Zum 1.8.2003 begann Frau Annika Mager ihre dreijährige Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Bibliothek. Der gemeinsam mit Abt. 801 Personalservice entwickelte Ausbildungsplan für diesen erstmals angebotenen Ausbildungsgang innerhalb des Generalvikariates des Erzbistums Köln sieht für die praktischen Ausbildungsabschnitte auch eine jeweils mehrmonatige Abordnung in andere Dienststellen und angeschlossene Einrichtungen vor. 2003 führte die Bibliothek vier Kurzzeitpraktika (je 2 Schülerpraktika und 2 Informationspraktika für Studentinnen) durch. Globale Mittelkürzungen bei den Sachausgaben Mitte des Jahres 2003 führten zu einem Rückgang der verausgabten Mittel für die laufende Erwerbung von Neuerscheinungen, für den antiquarischen Kauf und die Einbandkosten um € 30.000,- (€ 410.400,- in 2003 gegenüber € 440.500,- in 2002). Addiert man zu diesem 7%igen Rückgang der Mittel Preissteigerungen auf dem Buch- und Zeitschriftenmarkt hinzu, so ist von einem etwa 10%igen Kaufkraftverlust der Bibliothek für den Kauf von Neuerwerbungen auszugehen. Die Zahl der Zeitschriftenabonnements belief sich 2003 auf 1.652. Wenn die Zahl der neu eingearbeiteten buchbinderischen Einheiten 2003 mit 8.102 um rund 25% höher lag als im Vorjahr (2002: 6.450; Durchschnitt der Jahre 1998-2001: 7.850) und den höchsten Wert seit der Wiederaufnahme des Bibliotheksbetriebes im Jahre 1957 erreichte, so ist dieses Ergebnis vor allem in der Aufarbeitung noch bestehender Katalogisierungs- und Bestellrückstände zurückzuführen, die durch die Umstellung der Bibliothekssoftware von BIS auf Aleph500 im Sommer des Vorjahres eingetreten waren. Trotz zeitweilig nicht unerheblicher Störungen durch Ausfälle des Hausnetzes oder durch ein ungünstiges Antwortzeitverhalten bei der Online-Katalogisierung gelang es, diese Rückstände weitestgehend bis zum Jahresende "abzuschmelzen". Knapp 1.000 ältere, bisher nur im Zettelkatalog nachgewiesene Bücher wurden außerdem im Zuge der retrospektiven Katalogisierung ausgeliehener Titel neu in die Bibliotheksdatenbank aufgenommen. Auch die rückwärtige Erfassung einzelner Zeitschriftenbände für die Ausleihe wurde intensiv fortgeführt. Die Anzahl der Bestellungen aufgrund von konkreten Hinweisen und Wünschen von Benutzerinnen und Benutzern lag mit 136 Titeln deutlich höher als in den beiden Vorjahren. Ebenfalls gesteigert wurde der Neuzugang aufgrund des Schriftentausches (51 Titel gegenüber 21 Titeln 2002). Sowohl die verstärkte Nachfrage nach den Eigenpublikationen der Bibliothek als auch die konsequentere Bereitstellung aktueller, als Dubletten in die Bibliothek gelangter Titel wirkten sich hier positiv aus. Im antiquarischen Kauf verzeichnete die Bibliothek 69 Zugänge. Diese Ergänzungen konzentrierten sich wiederum auf die Kernsammelgebiete der Bibliothek, Liturgie und Kölner Kirchengeschichte. Zu den herausragenden Einzelerwerbungen gehörten zwei Inkunabeln (Dyalogus inter clericum et militem super dignitate regia. De natiuitate et moribus Antichristi. Colonie: Quentell [ca. 1489] sowie die Statuten zur Kölner Rosenkranzbruderschaft von Jakob Sprenger in der 1477 bei Johann Bämler in Augsburg gedruckten Ausgabe) und eine Kölner Postinkunabel (Antonius de Rampegollis: Figurarum biblie opus conducibile et per utile: quam in eo omnes materie contente per [...] Anthonium de Rampegolis [...] in bibliam studiose explicantur. Colonie: [Cornelius von Zierickzee] 1505.) III. Wissenschaftliche Altbestandserschließung, Restaurierung und KonservierungAufgrund der Vakanz der Stelle des Handschriftenbibliothekars bis zum 30. November des Berichtsjahrs war eine Fortführung der Arbeiten zur wissenschaftlichen Erschließung des Altbestandes im Jahre 2003 nur in sehr geringem Unfang möglich. Die konservatorische und fachliche Betreuung des Altbestandes, etwa im Zusammenhang mit Anfragen auf Leihgaben für Fremdausstellungen oder die Erstellung von Reproduktionen, wurde vertretungsweise verstärkt durch Herrn Werner Wessel und den Restaurator Herrn Bernd Schäfers wahrgenommen. Des Weiteren wurde eine Schadenserhebung des kompletten Altbestandes vorgenommen. Leichtbeschädigte Bände wurden mit genauen Arbeitsanweisungen an externe Dienstleister (ausgewiesene Fachkräfte) übergeben, um eine Ausweitung der Schäden zu verhindern. Im Bereich der Einzelrestaurierungen konzentrierten sich die Arbeiten der Restaurierungswerkstatt u.a. auf die Fortführung der Restaurierung der "Kölner Enzyklopädie", einer Handschrift des beginnenden 9. Jahrhunderts. Fortgeführt wurden auch die Restaurierungen der stark beschädigten Bibelausgaben des 16. Jahrhunderts. Wie schon im Vorjahr wurden erhebliche Kapazitäten der Restaurierungswerkstatt durch das CEEC-Projekt (Abschnitt V.) beansprucht: Neben den teils aufwändigen Vorbereitungen einzelner Handschriften für die Digitalisierung wurden Hilfsmittel zur das Original möglichst schonenden Digitalisierung der Kleinformate konzipiert und teilweise hergestellt sowie neu eingestellte studentische Hilfskräfte für ihre Arbeit beraten. Weitere Arbeitsschwerpunkte der Restaurierungswerkstatt lagen in der Überwachung von Arbeiten zur Einbandsicherung, die entweder von Mitarbeitern der Magazinverwaltung selbst erledigt wurden oder aber an externe Dienstleister vergeben wurden, sowie in der konservatorischen Vorbereitung der Ausstellungen, insbesondere der Gropper-Ausstellung und der Ausstellung über das Rosenkranzgebet. IV. Benutzunga) Ortsleihe und PräsenzbenutzungIm Bereich der Ortsleihe gab es im Berichtsjahr 99.028 Entleihungen. Trotz einer knapperen Personaldecke konnte die Bibliothek ihren Service, die Benutzerwünsche aus den Magazinbeständen sofort, d.h. mit einer maximalen Wartefrist von 15 Minuten bereit zu stellen, während der gesamten Öffnungszeit der Bibliothek aufrecht erhalten. b) Online-BenutzerkatalogSehr gut wird der seit Juli 2002 allen Interessenten kostenlos und rund um die Uhr im Internet zur Verfügung stehende Online-Benutzerkatalog (OPAC) der Bibliothek angenommen. Der OPAC ist in den umfangreichen Internet-Auftritt der Bibliothek an zentraler Stelle eingebunden und bietet verschiedene Recherchemöglichkeiten und Anzeigeformate einschließlich der Information über die aktuelle Verfügbarkeit eines gewünschten Titels. Benutzerinnen und Benutzer haben darüber hinaus die Möglichkeit, ihr eigenes, Password-geschütztes Benutzerkonto einzusehen und Verlängerungen für entliehene Medien vorzunehmen, sofern diese nicht für andere Interessenten vorgemerkt sind. Die Anzahl der Zugriffe auf die Web-Seiten der Bibliothek stieg gegenüber dem Vorjahr um etwa 40%. Es wurden 800 Zugriffe pro Woche (gegenüber 560 durchschnittliche Zugriffe auf die Web-Seite der Bibliothek pro Woche im letzten Quartal 2002) registriert. c) Einbindung in den "Kölner Online-Katalog"Der Internet-Katalog der Diözesan- und Dombibliothek wurde außerdem in einen Meta-Katalog wichtiger Kölner Bibliotheken (www.koelnbib.de) eingebunden, durch den sich bedeutende Kölner Bibliotheken virtuell unter einem Dach versammeln. Der "Kölner Online-Katalog" ermöglicht eine gleichzeitige Suche in den Beständen der Diözesan- und Dombibliothek, der Katholischen Fachhochschule NRW, der Deutschen Zentralbibliothek der Medizin, der Fachhochschule Köln, der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln, der Kunsthochschule für Medien Köln, der Stadtbibliothek Köln, der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln sowie der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften. d) FernleiheIm aktiven, gebenden Leihverkehr wurden 917 Bestellungen positiv erledigt, darunter 613 Bücher und 304 Aufsatzkopien. Weiterhin erbringt die Bibliothek hier deutlich mehr Leistungen für andere, zumeist staatliche Bibliotheken, da sie im nehmenden Leihverkehr nur 227 Buch- und Aufsatzlieferungen erhalten hat. e) HandschriftenleseraumDie Benutzung von Handschriften, Inkunabeln, Postinkunabeln und Rara wurde wie bisher nur im Handschriftenleseraum ermöglicht. Speziell die Benutzung von Handschriften wurde (wie bisher) prinzipiell an die Bedingung der Voranmeldung geknüpft. Auf die Schriftlichkeit der Voranmeldung wurde bei den die Bibliothek häufig frequentierenden Forschern weiterhin verzichtet. Es wurden im Berichtsjahr 29 Domhandschriften, 6 Diözesanhandschriften, 25 Inkunabeln und 22 Postinkunabeln eingesehen, wobei der Benutzungszeitraum der einzelnen Bände sich häufig über mehrere Wochen erstreckte. Besonders bemerkenswert erscheint auch weiterhin die Tatsache, dass im Bestand der Domhandschriften vor allem solche für die Autopsie verlangt wurden, die bereits vom Projekt der Codices Electronici Ecclesiae Coloniensis (CEEC) erfasst waren. f) InformationsdienstEin Teil der früher erteilten einfachen Auskünfte entfiel, da die Nutzer sich durch die Internet-Präsenz der Bibliothek selbst informieren konnten. Die Anforderung schriftlicher Fachauskünfte und Literaturrecherchen wurde dadurch nicht vermindert, doch mussten auf Grund der Personalsituation viele der Anfragen abgelehnt werden. Die Zahl der erteilten Spezialauskünfte lag deutlich unter 200. Dabei sind selbstverständlich stets erteilte bibliographische Auskünfte für die Dienststellen des Generalvikariats und für die Einrichtungen der Erzdiözese nicht berücksichtigt. V. Forschungsprojekt Codices Electronici Ecclesiae Coloniensis (CEEC)Das Projekt der "Digitalen Handschriftenbibliothek des Erzbistums Köln" ist in seiner zweiten Phase im Jahr 2003 unvermindert fortgeführt worden. Die Anforderungen des Projekts an die für die konservatorische Sicherung der Handschriften bei der Verfilmung zuständige Restaurierungsabteilung unserer Bibliothek sind kontinuierlich gestiegen. Die Erfassung der im Besitz von Pfarrgemeinden befindlichen mittelalterlichen Handschriften machte große Fortschritte. Das wissenschaftliche Interesse am Projekt und seiner Nutzung ist (im wörtlichen Sinne weltweit) gestiegen.
VI. Betrieb des Bibliotheksrechners, InternetDie noch ausstehenden letzten Anpassungen und Korrekturen des Datenbestandes der Bibliothek als Folge des Mitte 2002 erfolgten Wechsels der Bibliothekssoftware zu Aleph500 wurden Anfang 2003 abgeschlossen. Der zunächst für dieses Jahr angestrebte und inhaltlich bereits weitgehend vorbereitete Datenabgleich der Bibliothek mit dem Datenbestand des Hochschulbibliothekszentrums (HBZ) wurde seitens des HBZ bis zu einem Zeitpunkt nach einem Upgrade der dort eingesetzten Verbundsoftware verschoben. Der Datenabgleich bleibt weiterhin eine notwendige Voraussetzung für eine auch aktive Teilnahme der Diözesan- und Dombibliothek am HBZ-Verbund. Außerdem können auf diese Weise in die lokale Datenbank der Bibliothek zahlreiche Titeldaten solcher Bücher der Diözesanbibliothek eingespeist werden, die bereits früher in einem Zettelkatalog des HBZ nachgewiesen waren. Der extern, bei der Firma Steria in Köln-Porz betriebene Bibliotheksrechner lief stets stabil. Dieser reibungslose Betrieb wurde allerdings zeitweilig erheblich durch Netzwerkprobleme des vorgelagerten Hausnetzes des Generalvikariates beeinträchtigt. Die Pflege der Internet-Seiten erfolgte weiterhin kontinuierlich und regelmäßig unter Federführung von Herrn Stefan Spengler, die Zuständigkeit für das Intranet liegt bei Frau Ursula Großmann. Unter den aktuellen und variablen Informationen nehmen Texte und Bilddokumentationen zu den in der Bibliothek stattfindenden Ausstellungen und Vorträgen einen breiten Raum ein. VII. FortbildungFortbildungsmaßnahmen, an denen einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilnahmen, konzentrierten sich auf den EDV-Bereich. Sie betrafen sowohl den EDV-Einsatz in der Katalogisierung wie den in der Informationsvermittlung. Bei der Genehmigung einzelner Fortbildungen durch den Personalverantwortlichen wurden strengere Maßstäbe als bisher in Bezug auf den unmittelbaren Nutzen der Maßnahmen für die dienstlichen Belange angelegt. Die Bibliothekare des höheren Dienstes nahmen an einigen Fachtagungen in den Universitäten Bonn, Düsseldorf und Köln sowie an Versammlungen historischer Vereine teil. VIII. SicherheitsfragenIm Wesentlichen blieben die Sicherheitsbestimmungen unverändert. Bei den Brandschutzmaßnahmen wurde über den möglichen Ersatz der CO2-Sprinkleranlage durch ein anderes System nachgedacht, aus Kostengründen aber noch nichts geändert. Mitte des Jahres wurde für das Maternushaus in Zusammenarbeit mit der RWTüV Akademie Münster eine neue Brandschutzordnung erarbeitet. In diese wurde auch die Bibliothek einbezogen. Am 30. Juli 2003 wurden die Mitarbeiterinnen und M itarbeiter der Bibliothek in die neue Brandschutzordnung eingewiesen. IX. KooperationDie Kooperation mit allen in den Jahresberichten der beiden vergangenen Jahre genannten Institutionen wurde weitergeführt. Von besonderer Bedeutung war im Berichtsjahr die teilweise intensivierte, teilweise neubegründete Zusammenarbeit mit den folgenden Institutionen: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz Die Zusammenarbeit mit dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz wurde weiter verstärkt. Dabei wurden Vorbereitungen für eine sehr enge Kooperation mit zwei von der Bischofskonferenz bzw. vom Verband der Diözesen Deutschlands getragenen Institutionen getroffen, und zwar mit der Kommission für Zeitgeschichte und dem Institut für Staatskirchenrecht, die beide ihren Sitz in Bonn haben. Die Planung geht dahin, dass deren Bibliotheken demnächst auch im Bereich der Erwerbung und Katalogisierung mit der Diözesanbibliothek zusammenarbeiten. Collegium Albertinum Die Kooperation mit dem Theologenkonvikt des Erzbistums Köln in Bonn wurde weiter intensiviert. Absprachen bei den Bucherwerbungen wurden getroffen. Die Zusammenarbeit in der Katalogisierung konnte eingeleitet werden. Albertus-Magnus-Institut Die Zusammenarbeit wurde in derselben Weise wie beim Collegium Albertinum verstärkt und – soweit unserer Bibliothek möglich – auch auf den wissenschaftlichen Bereich ausgedehnt. Projekt: "Haus der Wissenschaft" im Collegium Albertinum In der zweiten Jahreshälfte von 2003 wurden sehr konkrete Vorgespräche zur Zusammenführung der Bestände folgender Bibliotheken im Gebäude des Collegium Albertinum geführt, die hier mit ihren Kapazitäten aufgeführt werden:
Die Kooperation soll schon im kommenden Jahr 2004 realisiert werden. Die bibliothekarische Federführung – einschließlich der Koordination der Anschaffungspolitik, der Ermittlung von Dubletten und der Vergabe der Regalflächen – liegt bei der Diözesanbibliothek. Durch EDV-Katalogisierung und Schaffung eines gemeinsamen (virtuellen) Online-Benutzerkatalogs (OPAC der Diözesanbibliothek) sollen die Voraussetzungen für eine bessere Nutzung der Bestände im innerkirchlichen Leihverkehr und eine schließlich absolut vollständig abgestimmte Anschaffungspolitik geschaffen werden. Sophia-Universität Tokyo Im Mai des Berichtsjahres wurde damit begonnen, eine intensive Kooperation mit der Sophia-Universität in Tokyo einzuleiten. Mit dieser katholischen Hochschule hatten schon seit Jahrzehnten einzelne Kontakte bestanden, die sich auf den Schriftentausch und auf wechselseitige Hilfen bei der Buchanschaffung bezogen. 2003 ergaben sich engere Beziehungen durch den Wunsch der Sophia-Universität nach Beratung für die Organisation der Rare-Book-Division im Zusammenhang mit dem Neubau ihrer Universitätsbibliothek. Noch wichtiger erschienen der Sophia-Universität Besprechungen über den weiteren Aufbau und die Unterbringung des Kirishitan Bunko (Forschungsarchiv zur Geschichte der japanischen Christen). In beiden Fällen standen neben organisatorischen Fragen auch konservatorische Probleme, z.B. die Bestimmung des richtigen Raumklimas für die Aufbewahrung der Zimelien zur Diskussion. Professor Finger reiste im November des Berichtsjahres nach ausführlicher Vorbereitung durch eine diesbezügliche Korrespondenz nach Tokyo und nahm an Besprechungen der dortigen Professoren Franz-Josef Mohr und Toshiaki Koso mit den Architekten und dem Leiter der Universitätsbibliothek teil. Desweiteren besprach er mit den Professoren Koso und Mohr Fragen der Zusammenarbeit des Kirishitan Bunko mit der Kölner Diözesanbibliothek, u.a. bei einer für 2004 geplanten gemeinsamen Ausstellung über die Kirchengeschichte Japans. Für das gute Gelingen der Kooperation mit der Sophia-Universität war die Unterstützung der Hauptabteilung "Weltkirche-Weltmission" im Kölner Generalvikariat und insbesondere das Engagement von deren Direktor Dr. Rudolf Solzbacher von entscheidender Bedeutung. Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (HBZ) Die Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek ist Vollmitglied im nordrhein-westfälischen Verbund der wissenschaftlichen Bibliotheken unter Leitung des Hochschulbibliothekszentrums (HBZ). Die Nutzung von Fremddaten des Verbundes zur eigenen Katalogisierung wurde routinemäßig wahrgenommen. Ebenso wurden gezielt Fortbildungsveranstaltungen von einzelnen Mitarbeitern besucht. Herr Konrad Groß vertrat die Bibliothek am 25. März 2003 beim Treffen des RSWK-Anwenderkreises, Professor Dr. Schmidt nahm am 18. November 2003 an der HBZ -Verbundkonferenz teil. X. Projekt: Virtueller Katalog Theologie und Kirche (VThK)Hierzu ist im Aufsatzteil dieses Bandes der Analecta ein ausführlicher Bericht des stellvertretenden Leiters der Kölner Diözesanbibliothek als erster Beitrag enthalten. Unter den zahlreichen Mitgliedschaften in Vereinen und Verbänden, die jeder wissenschaftlichen Bibliothek sozusagen automatisch zukommen, waren im Berichtsjahr wie in den Vorjahren zwei von überragender Bedeutung. Die Diözesanbibliothek gehört der Arbeitsgemeinschaft Katholisch-Theologischer Bibliotheken (AKThB) und dem Verband Bibliothèques Européennes de Théologie (BETH) an. Auch die Zugehörigkeit zum Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen (vbnw) und zur Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken (ASpB) war zusätzlich für die Diözesan- und Dombibliothek bei der Erfüllung ihrer Aufgaben konstitutiv. An der Tagung der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen der Arbeitsgemeinschaft Katholisch-Theologischer Bibliotheken (AKThB), die am 12. März 2003 in Bonn stattfand, nahmen der Direktor der Bibliothek und sein Stellvertreter teil. Die Sitzungen fanden im Collegium Albertinum, dem Theologenkonvikt des Erzbistums Köln, statt. Nach den Regularien wurde vom Direktor der Kölner Diözesanbibliothek die seit der Gründung der AKThB tragende Rolle der Ordens- und Klosterbibliotheken innerhalb der Landesgruppe (wie innerhalb des Gesamtverbandes) thematisiert. Der Anlass dazu ergab sich dadurch, dass von der möglichen Schließung einzelner Ordensbibliotheken die Rede war. Die Direktoren der Kölner und Aachener Diözesanbibliothek sagten den Ordensbibliotheken alle für sie möglichen Hilfeleistungen zu. Am späten Vormittag und am Nachmittag fanden zwei Vorträge statt. Dr. Aris, der stellvertretende Leiter des Albertus-Magnus-Instituts sprach zum Thema "Albertus Magnus in Büchern" und Dr. Söder, ebenfalls vom Albertus-Magnus-Institut, zum Thema "Albertus Magnus und die Bücher". Vom 25. bis 29. August 2003 fand in Benediktbeuern die 56. Jahrestagung der AKThB statt. Teilnehmer von Seiten der Kölner Diözesanbibliothek waren der Direktor Prof. Dr. Heinz Finger, der stellvertretende Leiter Prof. Dr. Siegfried Schmidt und Herr Wichert-Schulze-Gahmen. Das Thema war programmatisch formuliert und lautete: "Konflikt und Kooperation – Bibliotheken in Kirche und Staat". In der Hauptmitgliederversammlung wurde der Direktor der Kölner Diözesanbibliothek in den Beirat der AKThB sowie als Nachfolger von Dr. Walter Kaliner (Erfurt) zum Delegierten der AKThB bei der europäischen Kirchenbibliotheksvereinigung BETH. Vom 13. bis 18. September 2003 fand in Brixen die 32. Generalversammlung der Bibliothèques Européennes de Théologie (BETH) statt, an der von der Kölner Diözesanbibliothek der Direktor teilnahm. Ort der Tagung war die Cusanus-Akademie der Diözese Bozen-Brixen. Die Generalversammlung wurde vom Präsidenten Pierre Beffa (Genf) geleitet. In der Sitzung am 15. September wurde die Unione Romana Biblioteche Ecclesiastiche (URBE) zum direkten Mitglied gewählt. Die im Vorjahr bei der Generalversammlung in Salamanca vorbereiteten Satzungsänderungen wurden mit Zweidrittelmehrheit genehmigt. Die American Theological Library Association (ATLA) war während der gesamten Tagung durch Beobachter vertreten. Zur Intensivierung der Beziehungen zu den theologischen Bibliotheksverbänden in Asien (noch in Salamanca 2002 vertreten) und Lateinamerika wurden Beschlüsse gefasst. Etienne D'hondt (Katholieke Universiteit Leuven) berichtete über erste Kontaktaufnahmen mit den Kirchenbibliotheken Australiens. Im Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen (vbnw) hat Prof. Dr. Siegfried Schmidt auf Bitten des derzeitigen Vorsitzenden und im Einverständnis mit dem Direktor der Diözesanbibliothek die Funktion eines ehrenamtlichen Geschäftsführers übernommen. In dieser Eigenschaft nimmt er regelmäßig an den Vorstandssitzungen teil, wodurch die Kontakte der Diözesanbibliothek zu anderen Bibliotheken im Land Nordrhein-Westfalen intensiviert werden. Im Rahmen der Mitgliederversammlung am 9. April in Stuttgart wurde der stellvertretende Leiter der Diözesanbibliothek in den Beirat der Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken ASpB gewählt. Die aktive Mitarbeit der Kölner Diözesanbibliothek hat eine lange Tradion. XII. Öffentlichkeitsarbeit, Ausstellungen und Vorträgea) ALLGEMEINE ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Öffentlichkeitsarbeit ist für eine Bibliothek ein ebenso wichtiger wie schwer eingrenzbarer Aufgabenbereich. Das Bild, das von einer wissenschaftlichen Institution bei deren Nutzern besteht, beruht (glücklicherweise) zum wenigsten auf bewusster Propaganda. Zur Propaganda, einem gewiss nicht rein negativen Begriff, sind aber sicherlich die Führungen zu rechnen, die für einzelne Interessengruppen in der Diözesan- und Dombibliothek durchgeführt wurden. Es fanden im Berichtsjahr 23 Führungen (die Führungen durch Ausstellungen nicht gerechnet) statt, die alle von der jeweils besichtigenden Gruppe angeregt wurden. Art und Zeitdauer der Führungen waren so verschieden wie die jeweils geführten Gruppen. Bei 13 dieser Führungen stand der Handschriftenbestand im Mittelpunkt, bei den 10 anderen wurde er aber ebenfalls gebührend berücksichtigt. Nicht mitgezählt wurden die als Benutzerschulung zu verstehenden Führungen für das Priesterseminar, das Diakoneninstitut und für die Lehramtsstudierenden der katholischen Theologie. - Auch im Berichtsjahr fanden wieder Interviews mit dem Bibliotheksdirektor im Dom-Radio statt. b) AUSSTELLUNGEN INNERHALB DER BIBLIOTHEK
c) AUSSTELLUNGEN MIT EXPONATEN AUS DER DIÖZESAN- UND DOMBIBLIOTHEK
d) VERANSTALTUNGEN IN DER BIBLIOTHEK Nicht genannt werden hier die zahlreichen regelmäßigen Veranstaltungen im Lesesaal der Diözesanbibliothek (z.B. die der "Bibel- und Liturgieschule") Msgr. Dr. Carl Klinkhammer (1903-1997) zwischen Rebellion und Gehorsam. Zum 100. Geburtstag 2003. Vortrag von Dr. Bruno Kamman (Düsseldorf) am 29. April 2003 auf Einladung der Diözesanbibliothek. Buchpräsentation: Norbert Trippen: Josef Kardinal Frings (1887-1978). Erster Band: Sein Wirken für das Erzbistum Köln. (Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte. Reihe B: Forschungen. Bd. 94.) Paderborn 2003. Vorstellung des Buches am 17. September 2003. >>> Weitere Informationen <<< Orden und Bildung im mittelalterlichen Köln. Die Studien der Mendikantenorden. Vortrag von Dr. Walter Senner OP am 13. November 2003. Die geheime Offenbarung des Johannes und die apokalyptischen Malereien in St. Margareta in Neunkirchen. Vortrag von Dieter Siebert-Gasper am 3. Dezember 2003 auf Einladung der Diözesanbibliothek.. Buchpräsentation: Wilhelm Janssen: Geschichte des Erzbistums Köln. Zweiter Band: Das Erzbistum im späten Mittelalter. Zweiter Teil. Köln 2003. Vorstellung des Buches am 12. Dezember 2003 in Anwesenheit des Erzbischofs Joachim Kardinal Meisner durch den Hrsg. des Gesamtwerkes Prälat Prof. Dr. Norbert Trippen und den Verleger Lambert Bachem. e) Vorträge von Mitarbeitern der Diözesanbibliothek (in Auswahl) Prof. Dr. Heinz Finger: Die Säkularisation der Abtei Werden. Vortrag im Generalvikariat des Bistums Essen am 8. Mai 2003 im Rahmen einer Tagung "Säkularisation im Ruhrgebiet". Eröffnungsvortrag bei der Buchausstellung "Signaturen". Abendvortrag am 7. Juli 2003 im Erzbischöflichen St.-Angela-Gymnasium in Wipperfürth. Die Stadt Köln und ihre erzbischöflichen Stadtherren im 13. Jahrhundert. Vortrag in Meerbusch am 8. Oktober 2003 als Veranstaltung des Geschichtsvereins Meerbusch und der VHS. Neue Kirchen und Klöster. Die katholische Reform in Düsseldorf. Vortrag im Stadtmuseum Düsseldorf am 22. Oktober 2003 als Begleitvortrag zur Ausstellung über Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg. Neuss und Köln als mittelalterliche Wallfahrtsorte. Vortrag in Kevelaer am 24. Oktober 2003 auf der Tagung der Niederrhein-Akademie (Academie Nederrijn) "Heiligenverehrung und Wallfahrten am Niederrhein". Reflexionen zum Stand des Forschungsprojektes CEEC (Codices Electronici Ecclesiae Coloniensis). Vortrag am 25. Oktober 2003 am Albertus-Magnus-Institut in Bonn. Die Translation der Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln. Vortrag am 5. November 2003 im Gebäude der Bürger-Gesellschaft in Neuss. Die alte kölnische Weihnachtsliturgie in Handschriften und alten Drucken der Dombibliothek. Vortrag am 6. Dezember 2003 bei der Bibliophilen Gesellschaft in Köln. Prof. Dr. Siegfried Schmidt: EDV-Einführung in der Bücherei. Vortrag bei der Fachstelle für Büchereien des Erzbistums Köln am 12. Juli 2003. Sachliteratur in der Öffentlichen Bücherei. Vortrag beim Büchereigrundkurs der Evangelischen Landeskirche Rheinland am 29. September 2003. f) AUTORENLESUNGEN Anders als in den Vorjahren fand im Berichtsjahr nur eine einzige Autorenlesung statt. Am 16. Januar las Johannes Sievers aus noch unveröffentlichten Erzählungen. XIII. Lehrtätigkeit
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