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Die Gebäude der Diözesan- und Dombibliothek

Inhalt:

Grundrisse des Neubaus im Maternushaus (ca. 1983)

Querschnitt durch die Bibliothek - Anklicken zum Vergrößern Grundriss des Erdgeschosses  - Anklicken zum Vergrößern Grundriss der 1. Etage (1983) - Anklicken zum Vergrößern Grundriss der 2. Etage (1983) - Anklicken zum Vergrößern
Querschnitt Erdgeschoss 1. Etage 2. Etage

Die Diözesanbibliothek

Die Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln besteht, wie schon der Name sagt, aus zwei Teilen :

1. der Diözesanbibliothek, die aus der 1738 zusammen mit dem Priesterseminar begründeten Bibliothek des Priesterseminars hervorgegangen ist. Den Grundstock hatten verschiedene Privatbibliotheken mit einer ansehnlichen Zahl wertvoller alter Bücher gebildet. Nachlässe ließen die Bibliothek immer mehr anwachsen. Die Besetzung Kölns durch die Franzosen im Jahre 1794, die den Untergang aller anderen der sehr zahlreichen kirchlichen Bibliotheken Kölns mit sich brachte, überstand sie als einzige. Nach Ablauf der Franzosenzeit wurden ihr einzelne Bände, die aus den übrigen kirchlichen Bibliotheken stammten und irgendwie die Zeit überdauert hatten, zugewiesen. Ebenso erfolgte eine ständige weitere Vermehrung durch Nachlässe und gelegentliche Zukäufe. Im Jahre 1929 bezog das Priesterseminar ein neues Gebäude in Bensberg und nahm 5.000 Bände, die für den aktuellen Lehrbetrieb nötig waren, mit. Der Rest, rund 60.000 Bände, verblieb in Köln in dem bisherigen Gebäude und wurde als "Diözesanbibliothek" verselbständigt.

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Die Dombibliothek

2. der Dombibliothek, die spätestens in der Zeit des Erzbischofs Hildebold (787-818) begründet worden ist und die allein aus der Zeit vor dem Jahre 1000 genau 100 Handschriften besitzt, zu denen in den folgenden Jahrhunderten mehrere hundert andere Handschriften hinzukamen und später einige wertvolle Sammlungen älterer Bücher. Am 24.10.1930 schloß das Domkapitel mit dem Erzbischöflichen Stuhl einen Vertrag, mit dem die Dombibliothek der Diözesanbibliothek als Dauerleihgabe übergeben wurde. Seitdem trägt die Bibliothek den jetzigen Namen.
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Der 2. Weltkrieg

Während des 2. Weltkrieges wurden die Bücher ausgelagert. Das war ihre Rettung ; nur ein kleiner Teil von etwa 5% ging verloren. Das alte Bibliotheksgebäude (ein barocker Saalbau aus dem Jahre 1715) wurde Anfang 1945 von Bomben völlig zerstört. 1956/58 errichtete man an anderer Stelle einen völligen Neubau, leider ohne Beratung durch einen Bibliothekar. Zugleich wurde von 1958 an die Bibliothek planmäßig zu einer modernen Gebrauchsbibliothek mit dem Schwerpunkt Theologie ausgebaut. Alsbald erwies sich der Neubau als in jeder Hinsicht zu klein. Eine Erweiterung war nicht möglich. Die Schaffung von zwei Ausweichmagazinen brachte nur partielle Erleichterung. Nur ein völliger Neubau an anderer Stelle konnte Abhilfe schaffen.

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Das Maternushaus

Ein geeignetes Grundstück fand sich im Zentrum der Stadt in der Nähe von Dom und Hauptbahnhof. Da das Grundstück für die Bibliothek allein viel zu groß gewesen wäre, entschloß sich der Bauherr, an dieser Stelle auch das Studienzentrum des Erzbistums Köln zu errichten. Zu ihm gehören folgende Einrichtungen :

Eine Tagesstätte mit Gästehaus und Restaurant,

ein Saal für 480 Personen und mehrere Konferenz- und Filmräume,

das Institut für theologische und pastorale Weiterbildung ;

außerdem wurde Raum geschaffen für das Katholische Hörfunk- und Fernsehreferat,

die Fachstelle für Büchereien und Schrifttum ; sowie

die Datenverarbeitung des Erzbistums.

In einer zweigeschossigen Tiefgarage sind 200 PKW-Einstellplätze untergebracht.
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Kurzbeschreibung der Bibliotheksgebäudes

Die Bibliothek nimmt etwa 34% des Gesamtbauvolumens ein. Die bauliche Konzeption ist das Ergebnis eines Wettbewerbes. Auf der Grundlage des 1. Preises entstand der Entwurf unter Einbeziehung von zwei vorhandenen Bauten aus den 50er Jahren. Der Entwurf nimmt die vorhandenen Höhen der städtischen Straßenzüge Viktoriastraße, Nordsüd-Fahrt und Hunnenrücken auf und orientiert sich durch die terrassenförmig abfallende Bebauung zur verkehrsberuhigten Kardinal-Frings-Straße nach Westen zum Erzbischöflichen Garten mit seinem alten Baumbestand hin.

Die Bibliothek ist als Magazinbibliothek konzipiert und als solche gliedert sie sich in 3 Funktionsbereiche :

Besucherteil mit Ausleihe und Lesesaal - Magazine - Verwaltung, Werkstätten, Personalräume.

Die Unterbringung der Bibliothek in dem Maternushaus, einem Gebäudekomplex mit vielfältiger Nutzung, beeinflußte Lage und Zuordnung der Bereiche der Bibliothek. So sind die vom Besucher frequentierten Räume der Bibliothek und die übrigen vom Publikum intensiv genutzten Bereiche des Bildungszentrums im Erdgeschoß oder auf unmittelbar zugeordneten Galerien untergebracht. Besonderer Wert wurde auf eine möglichst optimale Zuordnung der einzelnen Funktionsbereiche der Bibliothek gelegt.

Der Haupteingang des Maternushauses führt in die große, teils zweigeschossige Halle. Sie ist gleichzeitig zentraler Ort der Begegnung, Foyer und Ausstellungsraum. Von hier aus werden alle wichtigen Einrichtungen des Hauses erschlossen, so gelangen auch die Besucher der Bibliothek in die interne Eingangshalle der Bibliothek. In ihr befinden sich Information, Kontrolle und Ausleihe sowie die Kataloge und der Bibliographische Apparat.

An die Eingangshalle der Bibliothek grenzen der große Lesesaal und ein Ausstellungsraum, der der Ausstellung von besonders wertvollen Beständen an alten Handschriften dient. In dem 5,0 m hohen Lesesaal sind durch umlaufende Stahlgalerien zusätzliche Stellflächen für die Freihandaufstellung von Büchern geschaffen worden. Leseplätze und Carrels wurden auf der Erdgeschoßebene und im Fensterbereich der Galerie angeordnet. Der Leser hat Ausblick auf einen ruhigen Gartenhof.

Hinter der Ausleihe befindet sich die Magazinverwaltung, vor dem ersten von drei Magazingeschossen. Das zweite Magazingeschoß liegt auf einer Zwischenebene im Anschluß an die Galerie des Lesesaals, während das dritte Magazingeschoß mit Tresorraum für wertvolle Bestände im 1. Obergeschoß angeordnet ist. Im 2. Obergeschoß sind Direktion, Verwaltung, Akzession, Katalogregistratur und Katalog-betreuung sowie Ergänzungsbibliothek, Werkstätten, Labor und Personalräume untergebracht. Die Belieferung der Bibliothek erfolgt im 1. Untergeschoß.

Die Magazinebenen sind durch zwei Bücheraufzüge miteinander verbunden. Außerdem werden die Funktionsbereiche der Bibliothek durch einen Lastenaufzug, einen Personenaufzug und bibliotheksinterne Treppen erschlossen.

Das Gebäude ist in Mischbauweise aus Stahlbeton und Mauerwerk erstellt. Die Dachkonstruktion besteht aus Holz. Die geneigten Dächer sind überwiegend mit roten Dachpfannen gedeckt, die des Saales und der Kapelle mit Blei. Die Fassaden bestehen zum größten Teil aus rotem Ziegel-Verblendmauerwerk und in Einzelbereichen (Restaurant) aus Bleiverkleidung. Sämtliche Fensterkonstruktionen sind aus einbrennlackbeschichtetem Aluminium.

Im Inneren sind die Wände teils ziegelverblendet, teils geputzt. Sichtbar bleibende Betondecken wechseln mit Holzdecken. Die Magazine sind fast fensterlos, sie erhalten eine Luftbefeuchtungsanlage. Wo erforderlich, werden Luftentfeuchtungsgeräte (z.B. Tresorraum) aufgestellt. Der große Vortragssaal und die Filmvorführräume sind teilklimatisiert, alle übrigen Bereiche der Bibliothek werden natürlich be- und entlüftet. Ein gewisser Sonnenschutz für die zum Teil tagesbelichteten Räume wird durch stark überkragende Dächer erreicht.

Der 1. Spatenstich wurde 1979 getan. Mitte 1981 war das Richtfest. Der Innenausbau wurde Ende 1982 abgeschlossen und im Jahre 1983 bezog man die neuen Räumlichkeiten.

Entnommen aus :
Die Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek zu Köln
Festschrift zur Einweihung des Neubaus der Bibliothek 1983


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[ Letzte Änderung : 10.10.2001]
© Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln 2001
Wünsche, Anregungen an
dombibliothek@erzbistum-koeln.de