Geschichte und Bestand

043 Diözesanbibliothek Köln - Magazin (c) Pit Siebigs, Aachen

 

Dombibliothek

Die Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek geht ursprünglich auf die Handschriftensammlung von Erzbischof Hildebald († 818) zurück. Der älteste Katalog stammt aus dem Jahre 833 und verzeichnet 175 Bücher, von denen heute noch 35 vorhanden sind – ein bedeutender Kirchenschatz. Das älteste Buch der Dombibliothek stammt aus dem Jahre 590/604. In 12 in Köln erhaltenen Handschriften erscheint Erzbischof Hildebald in dem Besitz- und Herstellungsvermerk "Codex sub Pio Patre Hildebaldo scriptus".

Die Kölner Dombibliothek war Bibliothek der Bischofskirche und der Domherren und wird unter allen erhaltenen Kathedralbibliotheken für die bedeutendste gehalten, die bis heute erhalten geblieben ist. Im Mittelalter wurde das Domkapitel alleiniger Träger der Bibliothek. Zahlreiche Domherren stifteten Handschriften, so im 11. Jahrhundert der Domkapitular Hillinus das heute nach ihm benannte Hillinus-Evangeliar mit dem Bild des Alten Doms. 1794 wurden 200 der kostbarsten Handschriften vor der französischen Revolutionsarmee gerettet und zusammen mit dem Dreikönigsschrein nach Arnsberg gebracht. Andere Teile der Bibliothek fanden an verschiedenen Orten Zuflucht. Erst 1867 erhielt das Domkapitel seine Bibliothek vom preußischen Staat zurück.

Diözesanbibliothek

Die Erzbischöfliche Diözesanbibliothek entstand aus der Bibliothek des 1615 gegründeten alten Kölner Priesterseminars. Nach dessen Schließung gingen die Bestände großenteils verloren, und nur ein Rest verblieb der Diözesanbibliothek, die 1738 neugegründet wurde. Grundlage war die Büchersammlung des Stifters, des kurkölnischen Amtmanns Johann Jakob von Broich, die dieser aus der Hinterlassenschaft des Abbé Jean Paul Bignon erworben hatte, des Sekretärs und Bibliothekars Ludwigs XIV.

Zu den Handschriften der Diözesanbibliothek gehören überwiegend spätmittelalterliche Manuskripte, aber auch hochmittelalterliche Werke wie ein Evangeliar des 11. Jahrhunderts aus dem Stift Mariengraden. Auffallend ist der Reichtum an kunsthistorisch bedeutenden Chorbüchern, wie das „Valkenburg-Graduale“. Die Bibliothek wuchs danach vorwiegend durch Schenkungen, Hinterlassenschaften oder die Aufnahme aufgelöster Pfarrbibliotheken. So enthielt die Diözesanbibliothek vorwiegend theologische Literatur aller Zeiten und aller Richtungen, historische und politische Quellenwerke des 18. und 19. Jahrhundert und daneben auch die übrigen Geisteswissenschaften. 1835 kam die mit 14.000 Bänden beeindruckende Sammlung des Kölner Erzbischofs August Ferdinand Graf Spiegel dazu. Sie umfasst sämtliche Wissenschaftsgebiete und steht heute in ihrer geschlossen Ordnung im Maternushaus.

 

Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek

Seit 1930 sind die Diözesanbibliothek und die Dombibliothek organisatorisch miteinander vereinigt. Die Dombibliothek wurde als Dauerleihgabe des Kölner Domkapitels in die Diözesanbibliothek integriert. Seitdem lautet der offizielle Name "Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek". Das barocke Bibliotheksgebäude in der Marzellenstraße wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs vollständig zerstört, die Bestände waren jedoch rechtzeitig ausgelagert worden. 1957 wurden sie in einem neuen Gebäude in der Gereonstraße wieder zusammengeführt. 1983 konnten dann die großzügigen Räumlichkeiten im Maternushaus bezogen werden.

Die Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln ist heute eine der größten theologischen Spezialbibliotheken im deutschsprachigen Raum mit einem Bestand von derzeit 400.000 Bänden, 800 Handschriften und 430 Inkunabeln sowie 1.500 laufenden Zeitschriften. Der fachliche Schwerpunkt des Buchbestandes liegt auf den Gebieten Katholischer Theologie, Religionspädagogik, Philosophie sowie Rheinische Kirchengeschichte und Kunstgeschichte.

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Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln
mit Bibliothek St. Albertus Magnus
Sekretariat
Kardinal-Frings-Sraße 1-3
50668 Köln